HERAUSFORDERUNGEN DER MIKROBIOLOGISCHEN SICHERHEIT
Burkholderia cepacia und Pluralibacter gergoviae sind Mikroorganismen, deren Kontamination eine besondere Herausforderung für die Kosmetikindustrie darstellt, insbesondere in der Qualitätssicherung in Produktionsanlagen und der Produktsicherheit für kosmetische Mittel.
Burkholderia cepacia ist ein gram-negatives Bakterium, das zur sogenannten Burkholderia cepacia complex (BCC) gehört. Diese Gruppe umfasst mehrere eng verwandte Spezies, die sich durch eine hohe Umweltresistenz und Anpassungsfähigkeit auszeichnen. In der Kosmetikindustrie ist B. cepacia vor allem gefürchtet, da es in wasserbasierten Produkten und Produktionsanlagen biofilmbildend wirken kann. Dies erschwert die Dekontamination und erhöht das Risiko einer Kreuzkontamination. Die bakterielle Resistenz gegen viele Konservierungsmittel und Biozide macht es besonders schwierig, es in kosmetischen Produkten zu kontrollieren. Außerdem ist dieser Bakterienstamm für den sogenannten Phönix-Effekt bekannt: die Mikroorganismen lassen sich direkt nach Produktion zunächst nicht im Endprodukt nachweisen, bilden dann aber nach einiger Lagerungszeit doch Kolonien.
Pluralibacter gergoviae, früher bekannt als Enterobacter gergoviae, ist ein opportunistisches Pathogen, das ebenfalls häufig in kosmetischen Produkten gefunden wird. Es zeigt eine erstaunliche Resistenz gegenüber bestimmten Konservierungsmitteln, wie beispielsweise Parabenen, die häufig in der Kosmetikindustrie verwendet werden. P. gergoviae wird häufig im Zusammenhang mit feuchtigkeitsreichen Kosmetika wie Cremes und Lotionen isoliert und stellt eine große Herausforderung für die Produktsicherheit dar.
Die Überwachung auf B. cepacia und P. gergoviae ist entscheidend für die Qualitätssicherung in Produktionsstätten, da eine Kontamination potentiell gesundheitsschädlich sein kann und befallene Endprodukte das Vertrauen der Verbraucher beeinträchtigen können. Zur Eindämmung dieser Mikroorganismen setzen Hersteller kosmetischer Mittel bei der Produktion sinnvollerweise auf optimierte Hygienemaßnahmen und die Überprüfung von Produktionswasser. Aber auch eine Anpassung des Konservierungssystems der produzierten Kosmetika kann als Maßnahme in Betracht gezogen werden.
UNTERSUCHUNG ZUR WIRKSAMKEIT VON KONSERVIERUNGSMITTELN
Als Hersteller von natürlichen antimikrobiellen Multifunctionals und Konservierungsmitteln ist es unser Ziel, sichere und wirksame Lösungen zur Kontrolle mikrobiologischer Kontaminationen in kosmetischen Produkten für unsere Kunden bereitzustellen, die in der Vergangenheit bereits vielfach mit Problemen dieser Art an uns herangetreten sind. Angesichts der besonderen Resistenz von Burkholderia cepacia und Pluralibacter gergoviae gegenüber vielen herkömmlichen Konservierungsstoffen haben wir eine umfassende Studie durchgeführt, um die Wirksamkeit verschiedener antimikrobieller Multifunctionals aus unserem Portfolio gegen diese Stämme zu bewerten. Mehrere Konservierungsmittel wurden in modifizierten Konservierungsbelastungstests (KBT) auf ihre Wirksamkeit gegen jeweils fünf B. cepacia und fünf P. gergoviae-Stämme getestet. Dabei handelt es sich jeweils um einen ATCC-Stamm und vier aus Industrieproben isolierte Stämme. Die antimikrobiellen Multifunctionals wurden in einer geeigneten Anwendungskonzentration in eine O/W-Emulsion mit pH 5,5 eingearbeitet und analog zu einem KBT nach der ISO-Norm 11930 an Tag 0 des Tests mit den Bakterienstämmen inokuliert. Das Bakterienwachstum wurde nach 7, 14 und 28 Tagen überprüft. Die folgende Tabelle zeigt die Ergebnisse der modifizierten Konservierungsbelastungstests
Effektivität von Konservierungsmitteln gegen die Bakterienstämme B. cepacia und P. gergoviae nach mod. ISO 11930.

Die Ergebnisse unserer Studie zeigen, dass alle getesteten Antimicrobials in der Lage sind, das Wachstum der B. cepacia- und P. gergoviae-Stämme in einer Emulsion signifikant zu hemmen oder vollständig zu eliminieren. Dieses Resultat bestätigt, dass durch optimierte Wirkstoffkombinationen eine effektive Konservierung auch gegen diese anspruchsvollen Stämme möglich ist. Allerdings sind wir uns bewusst, dass die Ergebnisse dieses Tests keinesfalls eine allgemeingültige Aussage über die Wirkung gegen die mutationsfreudigen Bakterien erlauben. Es handelt sich bei jeder Kontamination um einen Individualfall mit einem potentiell bereits konservierungsresistenten Keim, der dementsprechend individuell behandelt werden muss. Jedoch kann eine Verbesserung des Konservierungssystems in Kombination mit z. B. chemischer Sanitisierung des Produktionsequipments eine sinnvolle Maßnahme im Kampf gegen diese lästigen Produktionskeime sein.
PRÄVENTIVMASSNAHMEN UND KONTROLLSTRATEGIEN
Die Kontrolle von Burkholderia cepacia und Pluralibacter gergoviae erfordert ein ganzheitliches Konzept, das von präzisen Testmethoden über die Optimierung der Produktionsbedingungen bis hin zu einer verbesserten Produktformulierung reicht. Wir unterstützen Sie gerne bei der Wahl geeigneter Konservierungsmittel und Multifunctionals aus unserem Portfolio, sollten Sie in Ihrer Produktion Probleme mit Burkholderia cepacia oder Pluralibacter gergoviae-Kontamination haben und zusätzlich von den anderen Vorteilen unserer Multifunctionals für Ihre Formulierungen profitieren wollen. Für weitere Informationen oder einen detaillierten Studienbericht stehen wir gerne zur Verfügung.