Hyaluronsäure: ein beliebtes Anti Aging-Mittel

Hyaluronsäure (und insbesondere ihr Natriumsalz) ist eine beliebte und die mitunter am häufigsten eingesetzte Substanz gegen Falten sowie andere Begleiterscheinungen des Altersprozesses. Sie ist ein körpereigener Stoff und macht sie daher zu einem sehr verträglichem Active. So ist sie z. B. maßgeblich dafür verantwortlich, dass der Glaskörper des Auges mit seinem hohen Wasseranteil stabil und funktionstüchtig im Auge liegt, seine besonderen Eigenschaften erhöht und uns das Sehen ermöglicht. Aber auch in der Haut ist sie vorhanden. Junge Haut enthält besonders viel Hyaluronsäure. Mit dem Alter nimmt der Gehalt ab und die Haut wirkt weniger straff und weniger elastisch. Ab etwa dem 25. Lebensjahr bilden sich feine Linien und später Falten und Furchen.

Ihre hautaufpolsternde Wirkung beruht auf der Eigenschaft, enorm hohe Mengen an Wasser zu binden, was wiederum eng mit dem molekularen Aufbau verknüpft ist: Hyaluronsäure ist ein lineares Polysaccharid bestehend aus D-Glucuronsäure- sowie N-Acetyl-D-Glucosamin-Einheiten. Entscheidend für die Funktionalität als Feuchtigkeitsspender ist die sehr hohe Dichte an OH-Gruppen im Molekül, die in der Lage sind, über Wasserstoffbrücken sehr viel Wasser zu binden: etwa 6 g Hyaluronsäure können einen Liter Wasser binden.

Generell sind also sowohl die Eigenschaft, sehr große Mengen Wasser binden zu können, als auch die gute Verträglichkeit dafür verantwortlich, dass Hyaluronsäure häufig zur Verzögerung von altersbedingten Begleiterscheinungen in Kosmetika eingesetzt wird.

 

Wirkungsweise der Hyaluronsäure

 

Die Wirkungsweise der Hyaluronsäure unterscheidet sich je nach ihrer Molekularmasse; also nach Größe und Gewicht. Stärker untereinander vernetzte Einheiten und somit größere Moleküle (> 2000 kDa) stehen hier mittleren (ca. 1500 – 1800 kDa) und kleinen (< 50 kDa) Molekülen gegenüber. Die natürlichen Makromoleküle dringen aufgrund dieser verschiedenen Größe unterschiedlich tief in die Hautschichten ein und transportieren wegen der erwähnten OH-Gruppen Feuchtigkeit tief in die Haut.

Die unterschiedlichen Wirkungen können bildlich sehr gut an einer Augenfalte dargestellt werden: die eher kleineren Moleküle dringen am tiefsten in die Hautschicht ein und unterwandern die Falte am Auge, ziehen hier Wasser und bilden eine Art Kissen unter der Falte. Mit einer Einsatzkonzentration von 0,1 % kann die Faltentiefe nach 60 Tagen um ca. 11 % reduziert werden. Die langfristige Befeuchtung wird um ca. 16 % und die Elastizität um etwa 13 % erhöht. Hyaluronsäure-Typen mit einem mittleren oder höheren Molekulargewicht dringen nicht in tiefere Hautschichten ein, verbleiben auf der Falte und erzeugen so einen weniger nachhaltigen dafür aber sofortigen Effekt. Die Hyaluronsäure zieht also über der Falte Wasser an und bildet somit hier ein Polster.

Auch wenn die niedrigmolekulare Hyaluronsäure die effektivste im Sinne eines nachhaltigen Anti-Aging ist, so liefert eine Kombination von Hyaluronsäuren verschiedenen Gewichts die besten Resultate in einem kosmetischen Produkt.

Weitere Wirkungen der Hyaluronsäure als vielseitiges Acitve, neben der Verringerung von einigen sichtbaren Alterserscheinungen der Haut, sind u. a.: Hemmung von Entzündungen, Förderung der Wundheilung, Reduktion von Hautirritationen oder die Behandlung des Syndroms des trockenen Auges. In dieser Hinsicht wird die Hyaluronsäure neben kosmetischen auch in medizinischen Produkten eingesetzt.