RSPO – Roundtable on Sustainable Palm Oil

Palmöl ist das wichtigste Pflanzenöl der Welt. Im Jahr 2015 wurden etwa 59 Millionen Tonnen auf 17 Millionen Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche produziert. Die größten Produzenten sind Indonesien, Malaysia, Kolumbien und Nigeria, während die größten Importeure Indien, die EU und China sind. Die Ölpalme (Elaeis guineensis) wächst in feuchten tropischen Regionen. Tropischer Regenwald wird abgeholzt und verbrannt, um das Land für Monokulturen von Ölpalmenplantagen zu roden, was zu erheblichen Kohlendioxidemissionen führt. Seltene Tier- und Pflanzenarten sind vom Aussterben bedroht. Lokale indigene Gemeinschaften werden aus ihrer Heimat vertrieben, Arbeiterinnen und Arbeiter werden gezwungen, ohne angemessenen Schutz vor aggressiven Pestiziden zu einem sehr geringen Lohn und ohne die Möglichkeit, Gewerkschaften zu gründen, zu arbeiten. Dies sind nur einige der traurigen Folgen, die der weltweite Durst nach Palmöl verursacht.

Andererseits kann die vollständige Vermeidung von Palmöl
nicht die Antwort sein: Ölpalmen liefern bei Weitem den höchsten Ertrag unter den Ölpflanzen. Die Umstellung auf ein anderes Pflanzenöl würde noch mehr landwirtschaftliche Nutzfläche erfordern, um die gleiche Menge an Öl zu produzieren. Palmöl und Palmkernöl haben verschiedene vorteilhafte Eigenschaften, die ihre Verwendung in Lebensmitteln, Körperpflege- und Haushaltsmitteln, in der pharmazeutischen und chemischen Industrie sowie in der Tiernahrung so interessant machen. In der EU wird jedoch die größte Menge an Palmöl für bioenergetische Zwecke, z. B. als Biokraftstoff, verwendet.

All diese komplexen Aspekte führten zu einem sozialen und ökologischen Bewusstsein der Verbraucher, und es entstand eine Nachfrage nach einer nachhaltigen Beschaffung. Die 2004 von mehreren internationalen Organisationen entlang der Lieferkette gegründete Expertenrunde zu nachhaltigem Palmöl (RSPO) ist heute eines der führenden Gremien für die Überwachung der Produktion und des Handels mit nachhaltigem Palmöl. Plantagenbesitzer, Müller, Raffinerien und andere Industriepartner, Händler, Banken, aber auch kleine unabhängige Genossenschaften sowie Umwelt- und Sozialaktivistengruppen zählen zu den Mitgliedern. Ihr Ziel ist Transparenz und ein offener Dialog darüber, wie sowohl die Umwelt als auch die Rechte der Arbeitnehmer geschützt werden können. Sie legten Standards für die Zertifizierung der Herstellung von Palmöl und für die Rückverfolgbarkeit der Derivate fest.

Vier verschiedene Supply-Chain-Modelle wurden etabliert:

  • Book and Claim (B&C)
  • Mass Balance (MB)
  • Segregated (SG)
  • Identity Preserved (IP)

Um ein Ölpalmenderivat bis zum anbauenden landwirtschaftlichen Betrieb zurückzuverfolgen, ist ein MB-, SG- oder IP-Supply-Chain-Zertifizierungssystem (SCCS) erforderlich. Das Book-and-Claim-System ermöglicht es den Herstellern, Produkt und Zertifikate physisch zu trennen und unabhängig voneinander zu verkaufen. Eine Rückverfolgbarkeit ist nicht möglich. Während beim Identitätssicherung-System nur ein zertifizierter Produzent das Erntegut an einen zertifizierten Müller und eine Raffinerie liefert, steht das Segregation-System mehreren zertifizierten Produzenten oder Müllern offen, um ihre Palmenderivate zu kombinieren. In beiden Fällen ist die Mischung mit nicht-zertifiziertem Palmöl verboten. Beim Massenbilanz-System kann zertifiziertes und nicht-zertifiziertes Palmöl gemischt werden, aber die Menge des zertifizierten Palmöls muss ständig überwacht werden. Beim MB SCCS handelt es sich um ein Verwaltungssystem: Es gibt keine physischen Unterschiede zwischen dem zertifizierten und dem nicht-zertifizierten Produkt.

Als Hersteller von Inhaltsstoffen für Naturkosmetika ist es für Cosphatec wichtig, die nachhaltige Palmölproduktion zu unterstützen. Seit Oktober 2016 ist die Cosphatec GmbH außerordentliches Mitglied der RSPO und ist konform mit der Absicht und den Anforderungen des RSPO SCCS.

Sehen Sie sich unsere Fortschritte an unter www.rspo.org